Eine Frau, die Frauen Standing beibringt und ihnen dazu einen Bogen in die Hand drückt.
Nicht als Metapher – wirklich!
Heute: Christine Volk-Uhlmann. Die Bühne gehört dir. 🤩
→ Christine in einem ihrer Elemente
Ich bin facettenreich, wenn auch kein Diamant. Dazu bin ich nicht hart und auch nicht geschliffen “genug”.
Das ist keine Selbstkritik. Das ist Beschreibung.
Ich bin Mutter von zwei tollen Töchtern und Hauptversorgerin für vier Meerschweinchen. Was das für persönliche und berufliche Flexibilität bedeutet, muss ich wohl nicht näher erläutern… gerade wenn „mal kurz was dringend und wichtig gemacht werden muss, und zwar sofort”. Beides gehört für mich dazu. So sehr ich das alles liebe, so häufig bin ich auch schlicht genervt.
Ich bin systemische Umwelt- und Erlebnispädagogin und dabei zur begeisterten Bogenschützin geworden. Ich bin Seglerin mit langer Pause, begeisterte Gesellschaftstänzerin seit meiner Jugend, und da für meine Energie (m)ein Mann nicht „reicht”, leihe ich mir immer mal wieder einen aus. Seit einiger Zeit singe ich noch im Gospelchor, weil es unglaublich viel Power hat, gemeinsam zu singen, aus vielen einzelnen Stimmen ein harmonisches Ganzes werden zu lassen.
Ich friere bei Problemen selten ein. Ich kann mich schnell lösen und dann Lösungen finden. Das Organisieren, Strukturieren, schnelle Finden von Wegen liegt mir einfach. Ich bin ein großer Fan des Pareto-Prinzips und handle meist danach.
Das bin ich.
Nicht “typisch” Frau – zumindest nicht in dem Sinne, dass man mir je beigebracht hätte, leise zu sein, nicht aufzufallen und mich anzupassen.
Ich hatte das Glück einer starken Oma und einer starken Mutter, die mir genau das nie vorgelebt haben. Und einen Vater, der mich früh dazu erzogen hat, Fahrräder selbst zu reparieren und finanzielle Entscheidungen zu treffen.
Meine Oma hat alleinerziehend drei Kinder großgezogen, ein Haus gebaut und später als Lehrerin gearbeitet ohne je studiert zu haben. Meine Mutter war den größten Teil ihres Lebens berufstätig. Das hat uns Kinder unabhängiger und selbstständiger gemacht.
Es hat mir gezeigt: Das ist möglich. Das ist normal. Das ist das Maß – mein Maß!
Was mich umtreibt – insbesondere als Mutter von zwei Töchtern, aber auch für mich selbst – sind diese ganzen Gender Gaps:
Pay Gap, Care Gap, Pension Gap
Keine abstrakten Zahlen, sondern das, was der theoretischen Gleichberechtigung praktisch im Weg steht.
Und hier verbinden sich für mich Bogenschießen und Beruf.
Ich erlebe beim Bogenschießen jedes Mal, dass es nicht nur ein spannendes Hobby ist. Man lernt dabei sehr viel über sich selbst. Über die eigene Haltung, die Ziel-Klarheit, den Fokus und die Fähigkeit, loszulassen. Davon profitieren Frauen besonders. Denn ohne stabiles Standing, Wissen ums Ziel und Intuition geht in Sachen Chancengleichheit gar nichts.
Denn: Wie will ich meinen Standpunkt vertreten, wenn ich nicht genau weiß, was ich will?
Wenn ich einknicke, sobald jemand signalisiert, das wäre jetzt aber viel verlangt?
Deswegen unterstütze ich Frauen dabei, ihr Standing zu verbessern. Und dazu haben sie bei mir meistens direkt einen Bogen in der Hand.
Wofür ich stehe?
Für Standing
Dafür, dass Frauen lernen, für sich selbst, ihre Werte und ihre Ansichten einzustehen. Und dafür, für eigene Grundsätze auch mal etwas zu riskieren. Mich kostet das manchmal einen Auftrag, wenn jemand meine Preise nicht akzeptiert oder nicht bereit ist, sich den Sicherheitsregeln beim Bogenschießen zu unterwerfen. Aber von diesen Grundsätzen gehe ich nicht ab.
Erst wenn Frauen lernen, zu dem zu stehen, was sie für richtig halten, werden sie sich durchsetzen.
Ob Gehaltsverhandlung, schwieriges Gespräch oder Kreditverhandlung: Wer nicht bereit oder in der Lage ist, beim eigenen Standpunkt zu bleiben, darf sich nicht wundern, wenn andere vermeintlich bessere Chancen haben.
Das fällt Frauen leider oft noch schwerer als Männern.
Das ist kein Vorwurf. Das ist der Grund, warum ich tue, was ich tue.
→ Hier lernt man Standing nicht nur als Konzept, sondern vor allem im Körper.
Ich will ehrlich sein: Im Moment schwanke ich.
Ich überlege, ob ich nicht doch wieder eine Form der Anstellung suche. Die Beweggründe kennt wohl jede Selbstständige.
Ich stehe vor folgenden Fragen
Wäre eine kleine Festanstellung zur Selbstständigkeit Fort- oder Rückschritt?
Will ich das wirklich oder lediglich im Moment, basierend auf einem Gefühl?
Raube ich mir nicht insgeheim meinen wirklichen Antrieb?
Nämlich Frauen auf dem Weg zu mehr Intuition, Standing und Zielsicherheit zu begleiten und so die Gender Gaps dieser Welt zumindest step by step aktiv kleiner zu machen.
Ich habe noch keine finale Antwort. Aber ich stelle mir diese Fragen und das reicht mir aktuell, vielleicht geht es Lesenden ähnlich?
Was ich meinem Ich von vor fünf Jahren sagen würde?
Sei nicht zu bescheiden mit dir und deinen Preisen! Es geht nicht nur darum, was du aktuell an Zeit und Vorbereitung in eine Anfrage steckst, sondern vor allem darum, die Erfahrung abzubilden, die dich dazu befähigt hat, dieses Angebot heute zu machen.
Spannenderweise war es KI, welche mir kürzlich knallhart gespiegelt hat, dass ein bestimmter Preis realistisch ist und dass es eine Frage des Standings ist, ihn auch zu fordern.
Diese Erkenntnis verdanke ich also einer künstlichen Intelligenz. Auch irgendwie paradox.
Aber gut. Ich bevorzuge stets einen klaren Kopf, woher er auch kommt.
Im Gospelchor wird man daran erinnert, dass die eigene Stimme Teil von etwas Größerem ist.
Vier Meerschweinchen erinnern mich täglich daran, dass „Hauptversorgungsperson” kein Ehrentitel ist, vielmehr Arbeit.
Am Steuer der Alex 2 halte ich den Kurs für die ganze Crew.
Und Gesellschaftstanz im Abendkleid bleibt das beste Gegengewicht zu allem.
Das bin ich, mit all meinen Facetten!
Vielen Dank, liebe Christine für deine Geschichte und das Teilen deines Weges und deiner Gedanken.
Sie zeigen, wie vielseitig Interessen und Verantwortungen sein können und dennoch auf etwas größeres Ganzes einzahlen.
Mein Take Away: „Erst wenn Frauen lernen, zu dem zu stehen, was sie für richtig halten, werden sie sich durchsetzen.”
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